Dokument Material

Dokument und Material im PLM – Eine Neugestaltung der Beziehung?

Eine der emotionalsten Diskussionen im PLM ist die Frage, wie Dokument und Material in Beziehung stehen. Ich hatte sie als gelöst angesehen, doch begegnet sie mir in letzter Zeit erstaunlich oft. Anbei einige zentrale Insights.

Eine der emotionalsten Diskussionen im PLM ist die Frage, wie Dokument und Material in Beziehung stehen. Ich hatte sie als gelöst angesehen, doch begegnet sie mir in letzter Zeit erstaunlich oft. Anbei einige zentrale Insights.

Für eine Gruppe realer Entitäten wird dieselbe Materialnummer vergeben, wenn jede Entität aus dieser Gruppe, denselben Zweck erfüllt. Dies fasst man im PLM unter den Begriffen Form-Fit-Function zusammen. Wenn Entitäten bzgl. Form, Fit und Function übereinstimmen sind sie austauschbar.

Ein Material (als Gruppe realer Entitäten) folgt einer Spezifikation und wird u. A. geometrisch beschrieben. Beschreibungen eines Materials werden unter dem Begriff „Dokumente“ zusammengefasst. In kurz – ein Satz Dokumente beschreiben ein Material.

Demnach handelt es sich bei Dokument und Material um zwei getrennte Objekte!

Wenn ein Satz Dokumente genau eine Materialnummer beschreibt, sprechen wir vom Fall B – 1:1. Wenn es zulässig ist, dass ein Satz Dokumente mehrere Materialnummern beschreibt, sprechen wir vom Fall A – 1:n. Die Wahl zwischen Fall A und Fall B hängt vom jeweiligen Prozessmuster der PLM Implementierung ab.

An dieser Stelle lauert jedoch GEFAHR!

Der Fall B – 1:1 (zwei lifecyclefähige Objekte 1 zu 1 verbunden) wird oft nicht hinreichend vom Fall C – 1 abgegrenzt (ein Objekt, das Dokument und Material repräsentiert oder zwei Objekte, jedoch eines nicht lifecyclefähig).

Verfolgt man den Fall C – 1, verschweißt man die Lifecycles zweier Entitäten die in der industriellen Realität getrennte Lifecycle haben.

Wenn Fall C – 1 gewählt wird, geht oft das Tor zur Hölle auf! Das passiert viel häufiger als man glaubt. Warum?

Einige alte Hasen unter den Solution Architekten vertreten den Fall C – 1 (sie benennen diesen als Fall B – 1:1) mit Leidenschaft!
Viele Unternehmen können die Fallunterschiede nur schwer umreißen. Sie sind damit den Solution Architekten hilflos ausgeliefert.

Wenn wir vom STZ-RIM dann gerufen werden, ist das Kind oft schon im Brunnen. Die Implementierung im Nachhinein anzupassen, ist schmerzhaft und teuer.

Unsere Empfehlung – gleich richtig machen. Der Fall C – 1 kann nur in absoluten Sonderfällen (strengstes ETO / hohe Fertigungstiefe) implementiert werden!

Was meint Ihr? Wie seht Ihr das?

Wenn Ihr wissen wollt, was für Euren Implementierungsfall das Richtige ist, kontaktiert uns gerne. Unser Beratungsansatz RIM Intention to Execute PLM berücksichtigt dies und klärt die Situation im Vorfeld.

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