Digital Supply Chain MBOM MRP

Digital Supply Chain MRP MBOM

MBOM als Steuerrrad der Digital Supply Chain und das Comeback von MRP 2. Klingt interessant? Lesen Sie was Prof. Jörg Fischer darüber denkt.
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Digital Supply Chain, the comeback of Manufacturing Resources Planning MRP 2 – and why (exclusive) stocks are sexy again

Bestände = Verschwendung = Muda. Muda muss vermieden werden. Ist das noch zeitgemäß? 🤔

Muda, das Credo aus dem Lean Management, verteufelt Bestände. Nun kommt auch noch Littels Gesetz dazu. Ich erinnere mich, als Prof. Arnold vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT) in einer Logistikvorlesung aufgrund von Littles Gesetz Durchlaufzeit und Bestände sogar gleichgesetzt hat.

Nun, ich denke, das ist nicht mehr zeitgemäß. Aber von vorne: Zuallererst muss man durchlaufzeittreibende Bestände von nicht durchlaufzeittreibenden Beständen unterscheiden. Wie man das tut? Ganz einfach: Bestände auf der Blattebene eurer M(RP)-BOM sind nicht durchlaufzeittreibend! Habt ihr Fragen dazu? Diese beantworte ich gerne in den Kommentaren. 

Kommen wir zum eigentlichen Punkt. Warum sind manche Bestände sexy (ganz so wie in meinem Bild 😏)? Seit Corona und den daraus resultierenden fragilen Lieferketten dringt diese Erkenntnis ins Bewusstsein. Wenn Lieferketten nicht mehr fließen, sondern öfter stocken, muss reagiert werden.

Die Antwort sind u.a.:

👉 Exclusive Stocks

Das heißt, wir sortieren den Sekundärbedarf nach Verfügbarkeitsklassen – eine grundlegende Erweiterung von bisherigen Ansätzen der ABC/XYZ-Kategorisierung.

👉 Alternatives und Local Sourcing

Das heißt, die Berücksichtigung von alternativen Teilen und Herstellverfahren, die insbesondere auch in lokalen Märkten verfügbar sind.

Gesteuert kann dies aus dem (ERP-nahen) PLM gesteuert werden. Wichtig dabei ist, das Paradigma 1 (Object Type Cascade) des ERP-nahen PLM zu berücksichtigen. ERP PLM Supply Chain.

Wir vom RIM haben hier eine Reihe von Konzepten entwickelt, die euch helfen, eure Bestände entsprechend AI-basiert zu kategorisieren (RIM-Verfügbarkeitsklassen) sowie die Produktstrukturen sowie die Steuerung, d.h. den Manufacturing Resources Planning (MRP2), der Digital Supply Chain entsprechend auszurichten.

Nun, und das Post-Bild? – Fun Fact: So erkläre ich die Problematik der Bestände näher in der Vorlesung. Wir sehen im Bild eine WG, die in exklusive Bestände investiert hat. Sie binden Kapital und Liquidität (was zu sehen ist) und beanspruchen Lagerplatz, was auch kostet. Nun, da der Bierverbrauch in Studenten-WGs oft deutliches Z-Verhalten zeigt, ist es, wie auf dem Bild – lange Lieferzeit vorausgesetzt – ein interessanter logistischer Ansatz.

MBOM vs MRPBOM
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M-BOM vs. M(RP)-BOM – Let’s resolve the confusion.

Eines der immer sichtbareren Missverständnisse in der Industrie ist die Verwechslung von M-BOM und M(RP)-BOM.

Lasst uns das klären:

M-BOM

Die MBOM vermittelt Informationen. Ihr könnt Sie sehen wie einen Lehrer. Sie wird aufgebaut um z.B. Montagezeichnungen und Montagereihenfolgen festzulegen. Ihren Ursprung hat sie in der Digitalen Fabrik, konkreter in der Body in White Planung da es dort notwendig war für die Offline Simulation 3D Geometrie bereitzustellen. Ich war selbst z.B. selbst dabei wie sie so langsam vom Process Planner von Tecnomatix in Teamcenter gewandert ist.

M(RP)-BOM

Die M(RP)-BOM steuert, ja befehligt die Supply Chain. Ihr könnt Sie als General sehen. Ihren Ursprung hat sie im ERP. Über sie läuft der MRP-Lauf! Von ihrer Struktur und Attribuierung hängt die Steuerung der Supply Chain ab sowie auch die Fähigkeit die Nachkalkulation durchzuführen.

Nun die beiden haben manchmal ähnliche Struktursemantiken, insbesondere wenn man sich auf ein Werk beschränkt.

Durch die aktuelle wirtschaftliche Situation entsteht nun die Notwendigkeit die Fähigkeit zur Steuerbarkeit der Supply Chain massiv zu verbessern. Das hat einen strukturellen Impact auf die M(RP)-BOM und sie wird in ihrer Semantik viel weiter von der MBOM abrücken als bisher!

Wir vom RIM erleben aktuell wie Versuche die MBOM im PLM direkt mit der M(RP)-BOM zu koppeln scheitert. Noch schlimmer ist die Situation wenn dieser Ansatz umgesetzt wird, jedoch die Performance der Supply Chain sich dadurch schleichend verschlechtert und die Beteiligten sich wundern warum das so ist.

Wo steht ihr in euren Projekten mit dem Thema?

Wenn ihr euch nicht sicher – dann haben wir für euch unseren RIM M(RP)-BOM Health Check. Wir können euch präzise sagen ob eure M(RP)-BOM die Fähigkeit hat eure Supply Chain effektiv zu steuern und ob es überhaupt möglich ist eure MBOM im PLM mit der M(RP)-BOM direkt zu koppeln.

MBOM DSC
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Did you know? The MBOM is the Steering Wheel of the Digital Supply Chain!

Ich glaube, dass viele, die heute im PLM-Bereich tätig sind, kein vollständiges Wissen darüber haben, was die Aufgabe der MBOM eigentlich ist.

Nun, zumindest ging es mir so, als ich noch sehr PLM zentrisch fokussiert war und mich noch wenig mit den Downstreamprozessen im ERP beschäftigt habe.

Damals habe ich geglaubt, die MBOM sei eben die EBOM, nur umsortiert. Also in Montagereihenfolge. Okay ggf. mal unterschiedlich für das eine oder andere Werk aber sonst?

Falsch ist diese Sicht an sich nicht. Sie hat jedoch einen massiven blinden Fleck!

Die MBOM hat eine viel wichtigere Aufgabe! Sie ist das Steuerrad für die Digital Supply Chain!!! 

Dieser Aspekt wird in jüngster Zeit besonders deutlich und ich erlebe ihn aktuell immer häufiger und deutlicher in Beratungssituationen.

Warum ist das so? Warum wird die Supply Chain Steuerungsfähigkeit und damit die MBOM so wichtig?

Heute stehen für Unternehmen Themen an wie schnelle Reaktion auf individuelle Kundenwünsche, Aufbau resilienter Lieferketten, Sustainability, das Bewältigen immer schärferen regionale Regulationen und vieles mehr.

Der zentralen Enabler dieser Themen ist die flexibel Steuerungsfähigkeit der Digital Supply Chain im Werksverbund!

Die Steuerung wird u. A. über die geeignete Strukturierung, das einsteuern von Dispositionsstufen, der kurzfristige Austausch von Material (präzise gesteuertes Double Sourcing) in der M(RP)-Bom sowie die Attributierung von BOM Positionen und der Materialattributisierung realisiert.

Dabei ist kurze Reaktionszeit der Schlüssel. Die Änderungen müssen pro Kundenauftrag und oft auch kurzfristig knapp vor der Instanziierung und Freigabe des Fertigungsauftrag präzise über den Werksverbund eingesteuert werden.

Aus der Sustainability-Perspektive ist es z.B. notwendig, Supply Chain Routen einzusteuern, die aktuell einen guten CO2-Footprint haben. Aus Perspektive der regionalen Regulations muss gesteuert werden können, ob das Sourcing auch aktuell für diese Region erlaubt ist.

Ihr seht also, der Aspekt der MBOM bzw. M(RP)-BOM als Steering Wheel der Supply Chain rückt gerade in den Vordergrund.

Wichtig ist dabei zu verstehen, dass in den klassischen PLM Prozessen wo die MBOM heute in vielen Diskussionen oft verortet wird die notwendigen Informationen, das Wissen und die Verantwortung für die Supply Chain nicht gegeben sind.

Ein Grund mehr, die MBOM ERP-nah bzw. Supply Chain-nah zu steuern.

Hier wundert mich inzwischen immer öfters warum die großen ERP-Vendoren das Thema offensichtlich übersehen und nicht aktiv platzieren. Das ist ein wenig so wie wenn man einen Formel 1 Wagen bereitstellt und das Lenkrad in der Box lässt.

Was meint ihr dazu?

Und wenn ihr genau wissen wollt, wie ihr mit der MBOM eure Supply Chain steuert, dann meldet euch noch heute bei uns vom RIM 👉 Jetzt Kontakt zum STZ-RIM aufnehmen – hier sind Ihre Möglichkeiten

#SupplyChainManagement #DigitalTransformation #Sustainability #PLM #MBOM #Manufacturing #BusinessStrategy #Innovation

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